CD-Kritik: EAV – Was haben wir gelacht

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Verdächtige Larifaritäten aus drei Jahrzehnten

Ja, ich bin EAV-Fan und ja, schon seit fast 30 Jahren, womit auch geklärt ist, wie alt der Schreiber dieser Zeilen wohl schon ist… Umso mehr hat mich gefreut, dass die Österreicher endlich ein neues Album auf den Markt bringen. Neu ? Na ja, wie der Titel schon verrät finden sich auch Titel auf der Scheibe, die bisher den Weg dorthin nicht beschreiten durften. Aber die EAV von vor 30 Jahren ist nicht mehr die EAV von heute. Sind von der bekannten Kernbesetzung doch nur noch Mastermind Thomas Spitzer und Sänger Klaus Eberhartinger dabei. Auch der Musikstil hat sich doch sehr gewandelt : von den eher blödelhaften Songs aus „Geld oder Leben“ oder „Spitalo Fanfaro“ über die eher mäßigen Scheiben „Frauenluder“ und Himbeerland“ zu den sehr rockigen „Neue Helden braucht das Land“ und in 2015 „Werwolf-Attacke“. Zählt man diverse Zusammenstellungen und die Erstlingswerke aus den frühen 80er noch dazu, kann man schon auf eine stattliche Sammlungen von mehr als zwei Dutzend Alben verweisen. Alleine das spricht normalerweise für Qualität. Und wer sie wie der hiesige Schreiberling schon mehrmals live gesehen hat, der weiß eh, in welcher Liga die EAV spielt. Aber zum aktuellen Album. Bereits beim Cover fällt auf, dass dieses wie immer aus der Feder von Thomas Spitzer stammt, dessen Nachname immer mehr zum Programm geworden ist. Es empfiehlt sich, die Lieder mehrmals zu genießen, da nur dann der gesamte Tiefsinn in den brillanten Texten von Spitzer zu erkennen ist. Für mich sind die Highlights eindeutig „Neandertal 2016“, eine Neuauflage des Hits aus dem Album „Watumba“, immerhin auch schon 25 Jahre alt und leider aktueller denn je! Hier zeigt sich, wie sehr die EAV an der Tagespolitik hängt und sich eben nicht auf ihren Hits ausruht. Daneben weiß „Nummer“ zu überzeugen. Worum es darin geht ? Selber hören ist angesagt. Es ist immer wieder erstaunlich, wie es der Band gelingt, tolle Texte in total eingängige Melodien zu verpacken und das auch mal in etwas besinnlicherer Variante, so „Das letzte Hemd“, herrlich gesungen mit dem klassischen Schmäh´ eines Klaus Eberhartinger. 

Alles in allem zählt „Was haben wir gelacht“ nicht zu den besten Alben der EAV, ist aber definitiv keine nicht zu beachtende Massenware. Insofern ist es weiterhin schade, dass sie von den Radiostationen total gemieden werden.

Note : 2+

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